Brückfeld

Der älteste Stadtteil Magdeburgs östlich der Elbe ging aus der Brückenkopfbefestigung des Elbüberganges hervor. Der Name Brückfeld stammt aus der Zeit nach 1945. Bereits während des Schmalkaldischen Krieges 1550/51 spielte die dort errichtete Zollschanze eine Rolle bei der Belagerung der Stadt. Die Befestigungsanlage wurde im Dreißigjährigen Krieg 1631 zerstört und 1666 wieder aufgebaut, weil diese Stelle als Elbübergang strategische Bedeutung für die brandenburgisch-preußische Militärpolitik besaß. Inmitten der Anlage den Namen Turmschanze einbrachte. 1718 – 1721 wurde die Turmschanze nach Plänen des Festungsbaumeisters Walrave weiter ausgebaut. Nach der Fertigstellung der Umwallungen 1731 kam es zu einer Besiedlung der Turmschanze unter Berücksichtigung militärischer Belange. Das Zentrum der neuen Siedlung, die den Namen Friedrichstadt erhielt, bestand aus einem runden Platz, dem Heumarkt, von dem fünf Straßen strahlenförmig ausgingen. Die anfangs errichteten einfachen Fachwerkhäuser mussten im 19. Jahrhundert massiven Gebäuden weichen.

Die Außengrenze der Friedrichstadt ist auch heute noch durch die Straße Am Charlottentor markiert, der Bereich der Glacisanlagen durch die Straße Zuckerbusch. Die Festung konnte ursprünglich nur über das Cracauer Tor nach Süden verlassen werden, erst 1818 entstand im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Straße Richtung Berlin, der Berliner Chaussee, das Charlottentor als Festungsausgang nach Osten, 1846 folgte der Anschluss an die Eisenbahn im Zuge des Baus der Eisenbahnstrecke Magdeburg-Potsdam-Berlin.

Nach der Aufhebung der durch die Rayonbestimmungen festgelegten Baubeschränkungen und dem Abriss der Festungsanlagen um die Jahrhundertwende konnte sich der Ort weiter ausdehnen. Auf dem einstigen Festungsgelände wurden Kasernenbauten errichtet, nördlich der Berliner Chaussee entstand zwischen 1905 und 1936 eine geschlossene Wohnsiedlung. Diese Siedlung ist ein interessantes Beispiel für den Wechsel der Architekturströmungen innerhalb weniger Jahrzehnte, besonders das Gebiet um die Coswiger Straße mit ihren farbigen, im Stil des Neuen Bauens zwischen 1927 und 1929 errichteten Gebäuden ist von überörtlicher Bedeutung.

Das um den Heumarkt gelegene, dicht mit Wohnhäusern der Gründerzeit bebaute Zentrum der ehemaligen Friedrichstadt wurde in den letzten Jahrzehnten zugunsten des Straßenbaus in Verlängerung des Strombrückenzuges abgerissen, so dass heute nur noch wenige einzelne Gebäude Zeugnis von diesem Stadtteil geben.

Von hohem denkmalpflegerischem Wert im Bereich Brückfeld sind vor allem die Anger-Siedlung und die Kasernenanlagen am Jerichower Platz und in der Turmschanzenstraße.

Quelle:
Denkmalpflegeplan der Landeshauptstadt Magdeburg, Landeshauptstadt Magdeburg/Stadtplanungsamt, S. 83

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