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Pechau Pechau, erstmals 948 in einer Urkunde Otto I. als Pechouui erwähnt, lag bis ins 10./11. Jahrhundert an der Elbe und besaß somit strategische Bedeutung für die Slawen an der Westgrenze des Gaues Moraciani. Aus diesem Grund wurde hier eine Burg angelegt, die teils von einem natürlichen Wasserlauf, teils von einem breiten Graben umgeben war. Dieser 130 bis 150 m durchmessende Rundwall, das Alte Dorf genannt, ist auch heute noch deutlich an der Südostseite Pechaus zu erkennen. Um 1000 wurde die Burg anscheinend zerstört, aus Funden kann jedoch auf eine weitere Besiedlung auch im 12. Und 13. Jahrhundert geschlossen werden. Erzbischof Wiechmann übergab 1159 das Dorf einem gewissen Heribert zur Kolonisation. Wahrscheinlich wurden hier wie auch in Cracau holländische Siedler angesiedelt, die durch ihre Kenntnisse im Deichbau das Dorf hochwasserfest machen sollten. Diese Siedler errichteten einen Ringdeich um das Dorf, der auch heute noch teilweise gut zu erkennen ist. Pechau kam im 15. Jahrhundert zum Kloster Berge und war diesem gegenüber abgabepflichtig. Nach der völligen Zerstörung während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf an einem regelmäßigen Straßenkreuz innerhalb des fast kreisrunden Deichwalls wieder neu aufgebaut. Nur die im Westen Pechaus stehende, erstmals 1221 erwähnte Dorfkirche aus Bruchstein mit ihrem ziegelgefüllten Fachwerkaufbau überstand den Dreißigjährigen Krieg. Der nördlich des Dorfes verlaufende Klusdamm, der über Jahrhunderte hinweg die wichtigste West-Ost-Verbindung im Raum Magdeburgs darstellte, brachte dem Ort nur wenig wirtschaftliche Vorteile. Gewerbliche Betriebe siedelten sich erst im 19. Jahrhundert in Form von zwei Ziegeleien, einer Baumschule, einer …l- und einer Windmühle an. Um die Jahrhundertwende stellten diese Betriebe jedoch ihre Arbeit ein, da sie wegen der abseitigen Lage und ihrer zu geringen Größe nicht rentabel wirtschaften konnten. Auch der Bau der Straße von Prester über Pechau nach Calenberge 1884 konnte daran nichts ändern. Nach dem Bau des Umflutkanals mit seinen Deichen konnten zahlreiche vorher nur als Grünland nutzbare Flächen in Äcker umgewandelt werden. So war und ist bis heute die landwirtschaftliche Nutzung im Bereich Pechau vorherrschend. Das wirtschaftliche Leben konzentrierte sich nach dem Krieg und der Gründung der DDR auf die Landwirtschaft. Es entstanden zwei LPG, die bis zur Wende die größten Arbeitgeber in Pechau waren. Im Januar 1944 wurde das Dorf durch einen Bombenangriff, der eigentlich der Stadt Magdeburg gelten sollte, stark getroffen. Zahlreiche Häuser wurden total zerstört, viele erheblich beschädigt. Die Folgen dieses Bombardements sind auch heute noch an vielen Stellen des Ortes sichtbar. Die historische Grundform des Ortes blieb jedoch erhalten. Es gibt noch mehrere, für das Magdeburger Land typische Drei- und Vierseithöfe, die durch das traufständige Wohnhaus an der Straße mit hoher Bruchsteinmauer und rundbogiger Toreinfahrt charakterisiert sind. An dem alten sTraßenkreuz Hauptstraße/Breite Straße gibt es noch zahlreiche ein- und zweigeschossige Wohnhäuser in Bruchsteinmauerwerk und in Fachwerkbauweise. Viele dieser Gebäude wurden zwischenzeitlich verputzt und verdecken so den Blick auf ihren Kern mit altem Mauerwerk oder Fachwerk aus dem 17. Und 18. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde an der Calenberger Straße eine Wohnsiedlung angelegt. Der Bereich zwischen dem alten Ortskern Pechaus und dieser Siedlung wurde in den letzten Jahren mit Einfamilienhäusern neu bebaut. Quelle: |