Prester

Der Magdeburger Stadtteil Prester erstreckt sich als ehemaliges Straßendorf südlich von Cracau entlang des Prester Sees, einem Altarm der Elbe. Die erste urkundliche Erwähnung Presters geht auf die Zeit um 965 zurück, als Otto I. Prester zusammen mit anderen Dörfern dem Moritzkloster schenkte. Vom nachfolgenden Kloster Berge wurde im Dorf ein großer Meierhof angelegt, der später als Klostergut verpachtet wurde. Ein zweiter Klosterhof (auch Kleiner Klosterhof, Kapitelshof oder Vorwerk genannt) liegt südlich der Kirche. Die alte romanische St. Immanuel-Kirche neben dem Klostergut wurde, da sie baufällig geworden war, 1832 durch eine neue in neugotischem Stil nach englischem Vorbild ersetzt, wobei der Kirchturm offensichtlich den Domspitzen des Magdeburger Doms nachempfunden wurde. Seit 1983 wird die Kirche nicht mehr zu kirchlichen Zwecken genutzt.

Das Dorf in der Elbniederung dürfte oftmals unter Hochwässern zu leiden gehabt haben, so dass schon frühzeitig Deichbaumaßnahmen zum Schutz des Ortes durchgeführt worden sein dürften. So wurde vermutlich bereits im 16. Jahrhundert der Prestersche Vordeich errichtet, der neben der Hochwasserschutzfunktion für Prester auch das weite Elbbett soweit einengte, dass die Schifffahrt im Bereich Magdeburgs dank eines höheren Wasserstandes besonders in den Sommermonaten bessere Bedingungen vorfand.

Mit der großen Welle der Eingemeindungen kam auch Prester 1910 zu Magdeburg, mit 944 Einwohnern damals das kleinste eingemeindete Dorf. Wahrscheinlich aus Gründen der verkehrlichen Infrastruktur ließ sich in Prester keine Industrie nieder, so dass es bis heute seinen dörflichen Charakter behielt. 1953 entstand aus dem Klostergut das Volksgut Prester, das über 800 ha Fläche auf den Fluren von Prester, Cracau und Zipkeleben bewirtschaftete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden östlich und südöstlich des Pechauer Platzes für die sowjetischen Streitkräfte große Kasernen errichtet, die heute teilweise von der Polizei genutzt werden.

Quelle:
Denkmalpflegeplan der Landeshauptstadt Magdeburg, Landeshauptstadt Magdeburg/Stadtplanungsamt, S. 114

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