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Werder Der Stadtteil Werder befindet sich auf einer Elbinsel zwischen der Altstadt und dem Stadtteil Brückfeld am östlichen Elbufer. Diese Elbinsel besteht aus dem eigentlichen Werder, dem Großen Werder, der zwischen der Zoll- und der Stromelbe und dem Rotehornpark im Süden. Aus alten Karten und Stichen ist zu ersehen, dass dieser Bereich zwischen den Elbarmen mehrfach seine Gestalt änderte. Die heutige Form erhielt der Werder, der aus mehreren einzelnen Elbinseln hervorging, im Laufe des 19. Jahrhunderts, nachdem zahlreiche Verbauungen, Buhnen und Aufschüttungen die natürliche Fließgewässerdynamik zum Stillstand gebracht hatten. Im Zuge des Ausbaus Magdeburgs zu einer Festung ab 1680 ließ der Kurfürst zuerst auf dem Nordteil des Werders eine Zitadelle zur Sicherung des Elbüberganges errichten. Der Verkehr von der Stadt zur Ostseite der Elbe musste auf einer schmalen Uferstraße an zwei Bastionen vorbeigeführt werden. Da der Werder im Vorfeld der Festung lag und dort daher die Rayonbestimmungen in Form eines generellen Bauverbotes galten, wurde das Werdergelände zunächst nur von Korbmachern für Weidenanpflanzungen genutzt, ab 1722 kamen Holzlager und Holzumschlagplätze dazu. In den folgenden Jahrzehnten legten sich mehrere Magdeburger Gärten auf dem Gelände an, so dass dort um 1800 bereits um die zwanzig Gebäude auf dem Werder standen. Der nördliche Teil des Großen Werders wurde zu einem vielbesuchten Park umgestaltet, der jedoch nach Ausbau des Rotehornparks an Bedeutung verlor. 1842 wurde an der Zollelbe ein Winterschutzhafen angelegt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es auf dem Werder aufgrund der Wohnraumnot innerhalb der Festung zu einer verstärkten Bebauung mit Wohnhäusern, nachdem der Festungskommandant 1866 die strengen Bauverbote zum Teil aufgehoben hatte. Die Zitadelle, die über zweihundert Jahre lang den Eingang in die Festung markierte, ließ die Stadt zwischen 1922 und 1927 abtragen, um den Verkehrsfluss zwischen Magdeburg und dem östlichen Umland zu erleichtern. Um 1880 wurde die Zollelbe zum Hafen ausgebaut, um den wachsenden Umschlag von Waren vom innerstädtischen Elbufer weg zu verlagern. Der Zollhafen konnte allerdings nicht weiter ausgebaut werden und hatte darüber hinaus keinen Eisenbahnanschluss, so dass die Häfen im Norden Magdeburgs weiter ausgebaut wurden und der Warenumschlag im Zollhafen abnahm. Das Ende des Hafens als Umschlagplatz kam allerdings erst 1945 mit der völligen Zerstörung der Anlagen. In der heutigen Bebauung des Werders sind noch deutlich die einzelnen Zeitabschnitte wiederzuerkennen. Aus der Zeit der Rayonauflagen im 19. Jahrhundert, als auf dem Werder noch nicht massiv gebaut werden durfte sind noch ein paar niedrige Fachwerkhäuser vorhanden. Auch einige Villen vom Ende des 19. Jahrhunderts sind noch erhalten. In größerer Zahl gibt es noch Mietshäuser aus der Zeit um 1900. Auf Trümmerflächen aus dem Zweiten Weltkrieg wurden 1960 moderne Wohnhäuser in Plattenbauweise errichtet. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist besonders der Rotehorn-Park mit dem Stadthallenareal von großem Wert. Neben den Parkanlagen selbst stehen zahlreiche andere bauliche Anlagen unter Denkmalschutz, z.B. die Stadthalle von Göderitz und der Aussichtsturm von Albinmüller (beides von 1927), die Hyparschale, der Seitenraddampfer "Württemberg", die Reste der Sternbrücke, die Eisenbahnhubbrücke und das am südlichen Ende des Werders liegende Fort XII. Quelle: |
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