Heinrich Tessenow, Prof. Dr. phil.hc., Dr.-Ing. E.h.

geboren am 07. April 1876 in Rostock
gestorben am 01. November 1950 in Berlin
Architekt
In Magdeburg entstanden das „Haus zum Wolf“ (1910) in der Siedlung Gartenstadt Hopfengarten für den Kunsthsitoriker Karl Ferdinand Schmidt sowie das Verwaltungsgebäude der Fa. Vereinigte Ölfabriken Hubbe & Fahrenholtz (1935), die Fahnenhalle (Hindenburgehrenmal) und die Garagen (heute u.a. Künsterateliers Tessenow-Garage) der Infanterie-Kaserne im Herrenkrug (1936-1939).

Nach Mittelschulbildung, handwerklicher Lehre und anschließender berufspraktischer Ausbildung im väterlichen Zimmerei-Bauunternehmen sowie dem Besuch der Baugewerkschule studierte T. an der TH München bei Karl Hocheder, Friedrich von Thiersch und Martin Dülfer. Anschließend war er als Lehrer an verschiedenen Baugewerkschulen und 1909-11 als Assistent Dülfers an der TH Dresden tätig, lehrte an den Dt. Werkstätten Hellerau, der Trierer Gewerbeschule und der Wiener Kunstgewerbeschule. 1920 wurde er als o. Prof. an die Dresdener Kunstakademie berufen und wirkte von 1926 bis zu seiner Emeritierung 1941 als Ordinarius an der TH Berlin-Charlottenburg. T.s praktisches und theoretisches Engagement galt einer Reform des Wohnhausbaus. Der Stil seiner ernsten, streng-sachlichen und auf Schmuck verzichtenden Arbeiter-Reihen- und Einfamilienhäuser gewann bedeutenden Einfluss auf die Siedlungsbauten in Deutschland vor dem 1. Weltkrieg. Im Zusammenhang mit Entwürfen von Einfamilien- und Reihenhäusern für die Gartenstadt Hellerau bei Dresden entstanden auch das „Haus zum Wolf“ (1910) in der Siedlung Gartenstadt Hopfengarten im Süden Magdeburgs für den Kunsthistoriker Karl Ferdinand Schmidt sowie ein Ateliergebäude in Lostau bei Burg (1912).
T. förderte auch in den 1940er Jahren den Bau von Stadtrandsiedlungen und lieferte u.a. einen nicht realisierten Entwurf für eine Wohnsiedlung der Junkerswerke in Magdeburg (1940-41). Er hinterließ ein umfangreiches gegenständliches und literarisches Werk.

Werke: Zimmermannsarbeiten. Entwürfe für Holzbauten, 1907; Der Wohnhausbau, 1909; Handwerk und Kleinstadt, 1919; Hausbau und dergleichen, 1920;
Literatur: Martin Ebert, H.T. Architekt zwischen Tradition und Moderne 1998

Quelle: Ines Hildebrand, Artikel „Tessenow, Heinrich “ in: Heinrich/Schandera (Hrsg.), Magdeburger Biografisches Lexikon, 19. und 20. Jahrhundert, Scriptum-Verlag Magdeburg 2002

Inhalt drucken