Quelle: mdr.de, 05.12.04

 Abschiedsspiel für Magdeburger Stadion

 Jetzt ist es so weit: Noch ein Spiel und das Ernst-Grube-Stadion in Magdeburg ist Geschichte. Denn ab Januar wird an gleicher Stelle eine neue Arena errichtet. Nach dem Spiel am Dienstag gegen den VfL Wolfsburg gehen im alterwürdigen Stadion für immer die Flutlichter aus.

Für das Magdeburger Ernst-Grube-Stadion kann man in wahrsten Sinne des Wortes sagen "Auferstanden aus Ruinen". Denn zwischen 1954 und 57 wurde die Arena auf Trümmerhalden des 2. Weltkriegs erbaut. Für die Errichtung der Tribünen wurden ca. 150 000 Kubikmeter Schutt aus dem Stadtzentrum genutzt und insgesamt 21 Kilometer Terrassensteine verlegt.

 

Das Ernst-Grube-Stadion - seine Tage sind gezählt!; Quelle: Sachsen-Anhalt heute

Das Ernst-Grube-Stadion - seine Tage sind gezählt

Das nach dem Magdeburger Antifaschisten Ernst Grube benannte Stadion wurde am 18. September 1955 mit dem Länderspiel der B-Auswahlen zwischen der DDR und Rumäniens eingeweiht. Das erste A-Länderspiel fand 1964 vor 50.000 Zuschauern statt! Die damalige DDR-Auswahl trennte sich von Bulgarien 1:1. Nur die Friedensfahrer zogen bei ihren Zielankünften in den 60er und 70er Jahren noch mehr Zuschauer an.

 Es zog internationales Flair ins Stadion

In den 70ern gab es viele Pokale zu bejubeln; Quelle: dpa

In den 70ern gab es viele Pokale zu bejubeln

 

Am 7. Januar 1972 wurde die 56 Meter hohe Viermast-Flutlichtanlage mit dem Klassiker 1. FC Magdeburg – Dynamo Dresden eingeweiht. Der Club konnte das Prestigeduell vor ausverkauftem Haus mit 2:1 gewinnen. In der Folgezeit konnten die Magdeburger viele hochkarätige Mannschaften in ihrem Stadion begrüßen. So gaben Vereine wie Juventus Turin, Sporting Lissabon, der FC Bayern München, Schalke 04, PSV Eindhoven oder der FC Barcelona ihre Visitenkarten im Grube-Stadion ab.

 1989 gab es das letzte Länderspiel

So soll 2006 die neue Arena aussehen (Außenansicht); Quelle: Sachsen-Anhalt heute

So sieht die neue Arena aus. (Außenansicht)

 

Im Vorfeld des DFB-Pokal Spiels 1993 gegen Beyer Leverkusen wurde die Arena letztmalig saniert und den erforderlichen Sicherheitsbestimmungen angepasst. So verringerte sich das Fassungsvermögen auf 26.800 Zuschauer.
Insgesamt sechs Länderspiele trug die ehemalige DDR-Auswahl im Ernst-Grube-Stadion aus. Das letzte 1989 gegen die Türkei. Und damit in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts auch mal Klinsmanns Jungs spielen, wird ab Januar das alte Grube-Stadion abgerissen und an gleicher Stelle eine neue Arena errichtet.

Inhalt drucken