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Die Ölmühle - Traditionsreiches Wirtschaften in
Ostelbien
Wer kennt es nicht -
das moderne Gewerbezentrum “Berliner Chaussee”.
Ein
Standort mit wirtschaftlicher Tradition.

Die “Geburt” und “Kindheit” des
Wirtschaftsstandortes Ostelbien
Die
Entstehung und Entwicklung der Ölmühle ist eng mit
der Familie Hubbe verbunden. Angefangen hat alles in
der Großen Münzstraße: 1840 gründete die
Kaufmannsfamilie Hubbe dort ein Handelskontor, das
sich vorwiegend auf den Handel mit Häuten, Tran,
Talg, Steinkohlenteer, Pech, Holz und Pottasche
verlegte. Später nahm der Handel mit Ölen -
insbesondere Importe von Palmkernöl - zu. Mit dem
Erwerb eines Gartengrundstückes auf dem Großen
Werder 1857 schuf die Familie Hubbe erste
Voraussetzungen zur Eigenfabrikation von Ölen:
- Um 1874 - Bau
einer Fabrik zur Pressung von Speiseölen, u.a.
Sesam- und Erdnussölen, Kokos- und Palmkernölen
auf dem Großen Werder
- Um 1874 - Erwerb
eines Grundstücks an der Berliner Chaussee
(ehemalige Ziegelei); zunächst Nutzung der
Fläche durch die damals stadtbekannte Hubb`sche
Pferdezucht
- Ausbau der Fabrikationsanlagen
auf dem Werder, u.a. Errichtung einer
Firnesssiederei und später Versuchsstation für
chemisch-technische Neuerungen auf dem Gebiet
der Öle und Fette
- 1888 - Vernichtung
der Fabrik auf dem Werder durch einen Brand
- 1891 - Neubau der
Fabrikation auf dem Gelände an der Berliner
Chaussee mit 6 Pressen zur Herstellung von
Kokosöl
- Kauf von weiteren Flächen an der
Berliner Chaussee - Errichtung eines
Wohnhauses für den Betriebsleiter (Gelbes
Klinkergebäude - heute Sitz der Polizeiwache
Ost)
- 1904 -
Fabrikerweiterung durch Neubau einer
Fettspaltanlage
- 1913 - Errichtung
einer Raffinerie
„Krieg und Frieden“ und Liquidation
Während des 1. Weltkrieges konnten keine
ausländischen Rohstoffe importiert werden – die
Produktion brach ein. Erst Mitte 1919 - nach
Aufhebung der Blockade an der deutschen Küste -
liefen die Rohstoffimporte wieder reibungslos. Im
Jahr 1922 - Weltwirtschaftskrise und Inflation
beherrschten die “Tagespolitik” - schloss sich die
Hubb`schen Werke mit der Ölfabrik Farenholz zu den
Vereinigten Ölfabriken Hubbe & Farenholz zusammen.
Die Zeit des Nationalsozialismus war zunächst von –
heute würde man sagen „Expansion“ - gekennzeichnet
- 1933 - Mit dem Bau
verschiedener Einrichtungen – z.B. dem Bau eines
Silos, Lagergebäudes und Rapsöllagers - und der
Orientierung auf einheimische Rohstoffe wollte
man sich von Importen unabhängiger machen.
-
Erweiterung der Produktionsanlagen
- 1934 - Bau einer
modernen Spaltanlage zur Herstellung von
Glyzerin
- 1936 - Errichtung
einer neuen Kesselanlage, eines Laboratoriums
sowie
eines neuen Kontors durch Tessenow an der
Berliner Chaussee, der damaligen
Reichspräsidentenstraße
Bis kurz vor Kriegsende wurden jedoch Neubauten
fertiggestellt. Wie die gesamte Stadt Magdeburg
blieb auch die Ölmühle nicht von Zerstörungen
verschont. Unter der Verwaltung der Roten Armee und
Treuhändler wurde jedoch kurz nach Ende des II.
Weltkrieges die Produktion wieder aufgenommen. Mit
der Überführung in Volks-
eigentum im Jahre 1948 wurde
der VEB Öl- und Fettwerke Magdeburg gegründet.
- 1952 - erhielt die
Ölmühle den Zusatz „Hans Schellheimer“ Brückfeld
und Stadtfeld – Hans Schellheimer,ein
antifaschistischer Widerstandskämpfer, der als
Dreher in den Vereinigten Ölfabriken arbeitete
und kurz vor Kriegsende hingerichtet wurde.
- 1958/59 -
arbeiteten etwa 1.200 Beschäftigte in beiden
Betriebsteilen. Schwerpunkt der Produktion –
heute würde man sagen Hauptgeschäftsfelder –
waren neben der Ölsaatverarbeitung die
Raffinerien und die Margarineproduktion, später
auch die Speiseeisherstellung.
Zur „Sicherung der Produktion“ dienten ein Heizhaus
– die Brückfelder erinnern sich sicher noch an die
jährlichen Wartungsarbeiten, die wochenlanges warten
auf das „warme Wasser aus der Wand“ zur Folge hatten
und die Badewanne zum Ausstellungsstück degradierten
– ein starker Handwerksbereich sowie ein eigener
Rangierbetrieb. Kulturelle und soziale Einrichtungen
– wie zum Beispiel die Sportanlage am Gübser Weg –
ermöglichten eine attraktive Freizeitgestaltung der
Werktätigen und Ostelbier.
- 1968 - begann die
Auflösung des Betriebsteils Stadtfeld
(Margarineabteilung), der Betriebsteil an er
Berliner Chaussee verblieb als
Hauptproduktionsstätte
- 1984 - wurden die
Öl- und Fettwerke Stammbetrieb des Kombinats Öl
und Margarine.
Im Zuge der Wende wandelte sich das volkseigene
Kombinat in die Ölmühle Magdeburg GmbH, die 1992 in
Liquidation ging. Als Glücksfall für Ostelbien
erwies sich das URBAN-Projekt, denn durch das
EU-Förderprojekt wurde das mittlerweile zur
Industriebrache verfallene Areal wirtschaftlich
„wiederbelebt“ – durchaus erfolgreich wie man heute
sieht (Cracau - Ihr Standort; Cracau –
Stadtteilgeschichten; URBAN-Projekt Magdeburg
Cracau, Literatur).
Cracau.com dankt der GWM
– Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Magdeburg
mbH – für die zur Verfügung gestellten Daten und
Fakten zur Ölmühle.
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